Ortskernbelebung aus anderen Bundesländern

Denkmalgeschütztes Gemäuer

hat nunmehr Passivhaus-Standard

Ärztehaus Ried für energieeffizientes Sanieren und Bauen ausgezeichnet

 

Innsbruck/Ried i. Oberinntal, 10. November 2010. Eigentlich wollte man das alte Rieder Schul- und Ärztehaus abreißen – doch heute, ein gutes Jahr später, prägt es stolz wie eh und je den Dorfplatz der Gemeinde. Und es wurde heute im Festsaal des Tiroler Landhauses im Rahmen der Veranstaltung „Energie Zukunft Tirol“ als ein hervorragendes Beispiel für kommunales, energieeffizientes Bauen und Sanieren vorgestellt, zeigt sich Architekt DI Klaus Mathoy zufrieden mit seinem jüngsten Passivhaus-Projekt. Zur Veranstaltung  eingeladen hatte „Energie Tirol“ sowie das Land Tirol.

 

Sanieren oder Abreißen und Neubauen? Vor dieser Frage stehen nicht nur Gemeindevertreter. Die häufigste Antwort aus der Baubranche lautet Abreißen – denn damit seien die Baukosten besser kalkulier- und ein moderner Wohnstandard erzielbar. Doch damit gehen auch Gebäude für Gebäude die architektonischen Zeitzeugen und gewachsenen Straßen- und Dorfensembles verloren, kontern Denkmalschützer und auch Vertreter aus der Kultur- und Tourismussparte. „Dass dieser Spagat zu den gleichen Gesamtkosten wie bei einem Neubau gemeistert werden kann, dies haben wir mit der Sanierung des alten Ärztehauses vorgezeigt“,

so der Rieder Bürgermeister Reinhard Knabl.

 

Altes Gemäuer – aber mitten am Dorfplatz und unter Denkmalschutz

 

Das alte, denkmalgeschützte Haus am Dorfplatz wurde in der erste Hälfte des 19 Jahrhunderts errichtet und diente ursprünglich auch als Schule. In den vergangenen Jahren war nur noch die Arztordination im 440m² großen Gebäude untergebracht. Und dies aufgrund der veralteten Bauausführung mehr schlecht als recht, es fehlte unter anderem an ordinationsgerechten Räumlichkeiten und behindertengerechten Zugängen. Um dem Objekt eine Zukunft zu geben wurde auf Initiative des Denkmalamtes ein Tirol weiter Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Trotz zahlreicher hochkarätiger Bewerber und anonymer Wettbewerbsabwicklung – der Bauauftrag blieb im 1.300-Seelen-Dorf. Das eingereichte Projekt von Architekt und Klimaingenieur DI Klaus Mathoy, Msc, überzeugte durch die Kombination aus einer möglichst originalgetreuen Renovierung des Bestandes und einem modernen Zubau von 260m², in dem die notwendigen zeitgemäßen Funktionen wie Lift etc. untergebracht wurden.

 

Mit Know-how und modernster Technik zum zeitgemäßen Passivhaus-Standard

 

„Unser Pluspunkt ist sicher auch unsere langjährige Erfahrung in der Errichtung von Passivhäusern. Auch beim Ärztehaus Ried wurde besonderes Augenmerk auf eine energieeffiziente Sanierung gelegt. Das Objekt hat nunmehr einen Gesamtenergieverbauch von 23 kWH/m², die Dachwohnung des alten Hauses und der Neubau liegen bei 12 kWH/m². Die Heizkosten konnten damit für das Gesamtgebäude auf rund ein Fünftel des ursprünglichen Bedarfes gesenkt werden“, so Klaus Mathoy. Die technische Ausstattung dahinter: Erdwärmepumpenheizung, kontrollierte Wohnraumlüftung mit 80%iger Wärmerückgewinnung, Erdwärmetauscher, eine hochwertige Innendämmung mit Kalksilikatplatten mit einem U-Wert von 0,45W/m²K und der Einbau von ebenso hochdämmenden, neuen 3-Scheiben-Kastenfenstern mit einem Gesamt-U-Wert von 0,74 W/m²K, etc.

 

Das 700m²-Objekt beherbergt nunmehr Arztpraxen, Räumlichkeiten für bewegungstherapeutische Nutzung sowie zwei Wohnungen. Das Rieder Ärztehaus, kürzlich noch „beinahe Opfer der Spitzhacke“ spielt nicht nur energietechnisch alle Stückerln. Durch den verglasten Stiegenaufgang als Bindeglied zwischen Alt- und Neubau kam Luft, Licht und moderner Flair ins alte Gemäuer, es wurde eine gelungene Kombination aus Tradition und Moderne.

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Das 150 Jahre alte, denkmalgeschützte Ärztehaus am Rieder Dorfplatz wurde mit Know-how und modernster Technik saniert und um 260 m² auf 700m² Nutzfläche erweitert. Auch der Dorfplatz vor dem Gebäude wurde neu gestaltet.