(Quelle:Land ) Clematis (Quelle: Land OÖ)

Grün im Dorf Teil 1

Die Broschüre " Grün im Dorf I" wurde 1998 vom Amt der o.ö. Landesregierung - Landesbaudirektion herausgegeben. Sie ist seit Jahren vergriffen. Es werden einige Auszüge auf dieser Homepage neu aufgelegt.

Worum geht es?

Die Tier- und Pflanzenwelt im Dorf hat sich in Jahrhunderten menschlicher Sielungstätigkeit entwickelt.

Es ist erstaunlich, dass die Artenzusammensetzung vielfältiger ist als in den angrenzenden landwirtschaftlichen Kulturflächen.

Ein Teil der Arten wanderte aus nahen Naturlandschaften ein, weitaus mehr wurden durch den Menschen eingeschleppt.

Dies geschah meist unbewusst, wie bei den Getreideunkräutern, die mit der Getreidesaat zu uns kamen, aber auch bewusst, wie bei den Nutz- und Heilpflanzen.

Die Zusammensetzung der Dorffauna und -flora hing früher primär von kleinklimatischen Gegebenheiten, heute weitaus mehr vom Grad der Verstädterung und der "Modernisierung" ab.

Zu den bekanntesten Wildtieren des Lebensraumes Dorf zählt die Schwalbe. Sie brütet an Gebäuden oder in Ställen, in denen sie auch bei Schlechtwetter Insekten jagen kann. Der Einsatz von Chemie zur Vernichtung der lästigen Fliegen im Stall und der Rückgang der Rinderhaltung nehmen den Schwalben eine wichtige Futterquelle. Vor allem bei längeren Regenperioden, hat dies auf die Brut verheerende Folgen.

Der Aspekt des Naturschutzes müsste in jeder Dorfentwicklung eine wichtige Rolle spielen.

Es soll nicht darum gehen, den Häusern eine neue Farbe zu verpassen (ohnehin eine zu hinterfragende Sache, da das traditionelle Dorf farblich sehr stark durch das Kalkweiß geprägt war), die letzten Grünreste zuzupflastern oder einen Dorfbrunnen zu bauen, den es selten im traditionellen Dorf gegeben hat.

Dorfentwicklung muss mehr sein, sie soll alle Aspekte des dörflichen Lebens umfassen, also auch den Grünbereich.

Helfen Sie mit, dem Grün im Dorf wieder seinen alten Stellenwert zu geben.

Es geht dabei nicht darum, welches Dorf die meisten Laufmeter an Geranien vorzeigen kann.

Es geht um mehr Toleranz gegenüber der Natur und um eine auch für den Menschen wichtige Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren.

Grün am Haus

Mit Grün am Haus ist natürlich nicht die Farbgebung des Putzes gemeint oder die grüne Haustür, sondern die Möglichkeit, mit Pflanzen das Haus zu verschönern. Das Grün am Haus kann entweder in Kisterl, Töpfen oder direkt in die Erde am Fuß einer Mauer gepflanzt werden.

Beim Blumenschmuck denkt man zuerst an die üppigen Geranien (botanisch richtig Pelargonien). Das Sortiment an geeigneten Pflanzen wäre aber weitaus höher.

Es können sogar Gewürzpflanzen in Kisterl und Töpfen auf dem Balkon kultiviert werden, wenn kein ebenerdiger Garten vorhanden ist. In der Regel werden aber Zierpflanzen mit schönen Blüten und Blättern bevorzugt.

Die Wahl der geeigneten Pflanzen wird vor allem durch die Besonnungsverhältnisse bestimmt.

Auf größeren Balkonen oder Terrassen mit südlicher Orientierung kann mit etwas Geschick eine südländische Atmosphäre geschaffen werden, in der sich Palmen, Agaven, Zitrusgewächse, Cistrosen usw. wohl fühlen, natürlich auch Pelargonien.

Bei höher wachsenden Pflanzen ist auf die Standfestigkeit gegenüber der Windexposition auf Balkonen und auf seine statische Belastbarkeit zu achten.

Eine wesentliche Arbeitserleichterung für größere Anlagen bringt eine automatische Bewässerung, die auch während der Urlaubszeit das Problem der Bewässerung löst.

Unter den zur Fassadenbegrünung geeigneten Pflanzen sind nur wenige Selbstklimmer, wie

  • der Efeu (Hedera helix)
  • die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris)
  • der Wilde Wein (Parthenocissus quinquefolia)

Diese Kletterer benötigen keine Kletterhilfen, sie halten sich durch Wurzeln (Efeu) oder Saugorgane (Wilder Wein) direkt an der Wand oder in Mauerritzen fest. Bei Ausbesserungsarbeiten oder wenn die Fassade neu gefärbelt werden soll, können diese Pflanzen leider nur mehr schwer entfernt werden.

Bei schadhaftem Mauerwerk können die in die Mauerritzen eindringenden Wurzeln den weiteren Verfall fördern.

Schlingpflanzen

Schlingpflanzen dagegen benötigen eine Kletterhilfe, z.B. ein Holzspalier oder Spanndrähte.

Unter den Schlingpflanzen gibt es

  • mehrjährige Blütenpflanzen
    • wie Clematis, Wisteria
  • einjährige Kletterpflanzen
    • wie Stangenbohnen, Prunkwinde (Ipomea sp.), Duftwicke (Lathyrus odoratus), Glockenrebe, Zierkürbis und Hopfen (Humulus scandens)

Spreizklimmen , wie zB. die Kletterrosen, stützen sich mit ihren Stacheln ab und können so Wände erklimmen.

Wenn keine ausreichenden Stützhilfen vorhanden sind, müssen die Triebe angebunden werden.

Kletterpflanzen

Bei der Auswahl der Kletterpflanzen ist vor allem auf die Besonnungsverhältnisse der Wand zu achten.

Für die Südseite geeignet:

  • Wisteria sinensis
  • Echter Wein in verschiedenen Sorten
  • Kletterrosen in verschiedenen Sorten
  • (keine mehltauanfälligen Sorten)

Für die Nordseite:

  • Efeu
  • Aristolochia (Pfeiffenwinde)

Sonnig und leicht beschattet:

  • Kletterhortensie
  • Wilder Wein
  • Klematis in Sorten (der Wurzelbereich sollte beschattet werden)
  • Geißblatt Arten (Lonicera)
  • Knöterich (Fallopia auberti)

Obstbäume als Spalierpflanzen

Der klimatisch begünstigte Bereich an einer Hausmauer ermöglicht es, Obstsorten zu ziehen, die für das angrenzende Freiland nicht geeignet wären.  Die Wand speichert die Wärme des Tages und gib sie während der Nacht wieder ab.

Ein Spalier kann im Gegensatz zum Blumenkisterl großflächig und das ganze Jahr über zur Verbesserung monotoner Wandflächen beitragen.Sogar wenn es nicht bepflanzt ist, wirkt es als Gliederungselement der Fassade.

Ein Spalierbaum kann nach einem strengen Formschnitt, aber auch relativ frei gezogen werden (z.B. Weinspalier).

Der Schnitt erfordert einigen Arbeitsaufwand, als Entschädigung wächst, bedingt durch das günstige Kleinklima, eine besonders gute Ernte an köstlichen Früchten.

So gibt es selbst in rauen Lagen des Mühlviertels herrliche Trauben von Spalierreben.

Sonnenorientierung:

  • Apfel: Ostseite
  • Birne: Süd- und Westseite
  • Pfirsich/Marille: Südseite
  • Weichsel: Ost- und Nordseite

Der gestalterische Effekt des Spaliers ist beachtlich. Schon ein einfaches Gerüst gliedert die Fassade vom ersten Tag der Errichtung an. Besonders um die Jahrhundertwende wurden aufwendig gestaltete Spaliergerüste angebracht, die wie ein reiches Fassadenzierrat wirken.

Eine Pergola (Laubengang) wird zur Überdachung eines Sitzplatzes verwendet, als dekorativer Schmuck im Vorgarten oder als Überdachung eines Autoabstellplatzes.

Begrünt mit Kletterpflanzen wird sie ein Blickfang für das ganze Haus und ein Schattenspender für heiße Tage. Mit einfachen Mitteln kann eine Pergola eine Garagenzufahrt verschönern.

Geeignete Pflanzen zur Begrünung der Pergola sind

  • viele Clematisarten,
  • Geißblattarten (Lonicera)
  • die kletternden Arten Wilder Wein (Parthenocissus Arten),
  • Knöterich (Fallopia aubertii),
  • Trompetenblume (Campsisradicans) – für warme Lagen.

Auch einjährige Kletterpflanzen können verwendet werden wie der Hopfen oder die Prunkwinde.

Dieser Bereich ist zwar meistens Privatgrund, wirkt aber durch die Lage zwischen Haus und Straße in den öffentlichen Raum. Er ist nicht nur Visitenkarte des Hauses, er ist auch Gestaltungselement des Platz- und Straßenraumes. Seine Gestaltung liegt daher auch im öffentlichen Interesse und sollte unter diesem Gesichtspunkt gesehen werden.

So wie die Architektur des Hauses ist die Anlage und Bepflanzung des Vorgartens durch Zeitströmungen geprägt.

In den 60er Jahren beherrschte das monotone Grün eines Rasens, nur unterbrochen durch ein paar Koniferen, Cotoneaster oder Polyantharosen den Vorgarten. Meistens umfasst von einer hohen Hecke.

Pflegeleicht war die Devise.

Beliebt waren immergrüne Hecken, z.B. die Thuje. Sie schirmt das ganze Jahr den Raum zwischen Haus und Straße ab.
Heute dagegen wird wieder mehr Wert gelegt, den Vorgarten zu öffnen, sofern kein Lärm- oder Sichtschutz erforderlich ist.

Im ländlichen Raum kann als Vorbild die traditionelle dörfliche Gartengestaltung dienen.

Das Sortiment der Bauerngartenblumen bietet viele robuste und pflegeleichte Pflanzen, die auch eine große Auswahl an Farben, Formen und Düften bieten.

Die meister dieser Pflanzen sind zwar nicht heimisch, die jahrhundertlange Kultivierung hat sie aber an unser Klima angepasst.

Neben Beerensträuchern wurden auch Blütensträucher verwendet, wie gefüllter Schneeball, Flieder, Segenbaum und im alpinen Bereich Oberösterreichs Buchsbaum und Schrattl (Stechpalme).

Bauerngartenpflanzen passen auch im städtischen Raum, denn der Großteil seines Pflanzbestandes findet sich auch in den Pfarr- und Bürgergärten.

Viele der Bauerngartenpflanzen sind sogar über die bürgerlichen Gärten und Klostergärten in die Dörfer gekommen.

Man kann sich aber auch die Natur bei der Gestaltung zum Vorbild nehmen

Ein naturnaher Vorgarten muss nicht unbedingt völlige Wildnis bedeuten, in die der Mensch nicht eingreift.

Dies wäre zwar möglich, doch wird in den meisten Fällen ein gewisse Maß an Pflege erwünscht sein.

Neben den Wildpflanzen können zusätzlich Gartenstauden verwendet werden, die noch nicht zu sehr züchterisch verändert wurden. Man sollte Pflanzen verwenden, die von Natur aus auf Ähnlichen Standorten wachsen.

Es wäre unsinnig und sehr aufwendig, etwa in einem feuchten Grund einen Trockenrasen anzulegen.

Bei genügend Tiefe des Vorgartens können Bäume gepflanzt werden. Sie sind besonders prägend für den Straßenraum und bieten im Eingangsbereich einen schattigen Platz für eine Hausbank.             

Auf der Hausbank sitzend ergibt sich die Möglichkeit, am öffentlichen Leben teilzuhaben, wenn der Vorgarten zum Straßenraum offen ist.

Die Hausbank war in den oberösterreichischen Dörfern das Kommunikationszentrum, nicht wie fälschlich oft angenommen wird, der Dorfbrunnen. Zentrale Dorfbrunnen gab es in Dörfern – im Gegensatz zu Städten und Märkten – bei und nicht, da jeder Hof und jedes Haus seinen eigenen Brunnen besaß.

Der Treffpunkt der Dorfgemeinschaft war die Dorflinde auf dem Dorfplatz, der Treffpunkt der Nachbarschaft war die Hausbank.

Hier bot sich Platz zum geselligen Zusammensein nach der Arbeit.

Bei der Auswahl der Bäume ist auf deren endgültige Größe zu achten, um nicht später viel Mühe für den Rückschnitt aufwenden zu müssen, der zudem auch die Lebensdauer des Baumes erheblich verkürzt.

An einer stark befahrenen Straße wird die Frage des Lärm- und Sichtschutzes sehr eindringlich sein. Eine Hecke oder ein Zaun können den Verkehrslärm mindern.

Eine Einzäunung des Vorgartens wird notwendig sein, wenn es zu verhindern gilt, dass Kinder auf die Fahrbahn laufen.

In den letzten Jahren ist es zu einer Renaissance des Bauerngartens gekommen. Die Exoten in den Gärten der 60er werden vehement kritisiert und ist es zu einer Renaissance der Bauerngartenpflanzen gekommen. Dabei wird übersehen, dass die meisten Pflanzen aus den Bauerngärten ebenfalls auf fernen Ländern stammen, nur dass diese schon seitJahrhunderten bei uns kultiviert werden und sich in unserem Klima bewährt haben.

In den Bauerngärten hatten nur jene Pflanzen Bestand , die wenig Pflege benötigen. Für die Bäuerinnen war das " Garteln " kein Zeitvertreib, sondern Teil ihrer Arbeit mit der sie Gemüse, Krauter und Blumen für den Eigenbedarf kultiviert haben.

Oft wird der Bauerngarten irrtümlich als ein Garten mit exakt festgelegtem Pflanzenbestand und mit genauen Vorschriften für die Anlage beschrieben.  Besonders fotogene Einfassungen mit niedrigen Buchshecken und andere barocke Gartenelemente werden als die Charakteristika der Bauerngärten hingestellt, sind aber nur Ausdruck der Gärten einer gewissen Zeit, die des Barocks.

Buchskugeln Diese gehobene Gartenkultur der Schlösser dürfte sich aber auf dem Land in den Bauerngärten nur selten durchgesetzt haben. Die Mehrzahl der Bäurinnen hätte sich so viel Pflegeaufwand nicht leisten können. 

Bauerngärten sind nicht Festgeschriebenes

Sie haben sich im Lauf der Jahrhunderte verändert; es wurden immer wieder neue Pflanzen aufgenommen, andere verschwanden aus dem Bestand. Es gäbe eine lange Liste "ausgestorbener" Gartenpflanzen, die sich nicht bewährt haben oder die durch bessere neuere Sorten und Arten ersetzt wurden. Diese Veränderungen sind bei den Blumen am stärksten, denn diese sind am meisten den jeweiligen Moden unterworfen.

Pflanzenbestand

Die bäuerlichen Gärten haben viele Wurzeln. Es finden sich Pflanzen, die schon in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden, wie Erbse, Pastinak, Kohl, Mohn, Gartenmelde und Holunder. Später bereicherten die Römer mit mediterranen Pflanzen die Gärten in Mitteleuropa.

Gemeinsam war den frühen Gärten die Nutzungs als Gemüse-, Gewürz-, Kräuter- und Obstgarten.

Ein sehr frühes Dokument über die Gartenkultur  ist die Landgüterverordnung, das Capitulare de villis aus dem Jahr 795, die einen Überblick über die damals kultivierten Pflanzen gibt. Leider sind die in dieser Liste verwendeten Pflanzennamen heute nicht mehr gesichert zuzuordnen.

Die Pflanzen des Capitulare:

  • lilium Madonnenlilie (Lilium candidum) oder Deutsche Schwertlilie (Iris germanica) 
  • rosas Rose
  • fenumgrecum Griechisch Heu (Trigonella foenum- graecum)
  • costum Frauenminze (Tanacetum balsamita) 
  • salviam Salbei Salvia officinalis  
  • rutam Weinraute (Ruta graveolens)
  • abrotanum Eberraute (Artemisia abrotanum)
  • cucumeres Gurke (Cucumis sativum)
  • pepones Melone Cucumis melo
  • cucurbitas Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria)
  • fasiolum Schlangenbohne (Vigna unguiculata) oder Helmbohne (Dolichis lablab)
  • cuminum Kreuzkümmel (Cuminum cyminum)
  • rosmarinum Rosmarin (Rosmarinus officinalis) 
  • careium Kümmel (Carum carvi)
  • cicerum Kichererbse (Cicer arietinum)
  • squilam Meerzwiebel (Urginea maritima)
  • gladiolum Gladiole (Gladiolus italicus)
  • dragantea Schlangenknötterich  oder Estragon
  • anesum Anis Pimpinella anisum   
  • coloquentidas weiße Zaunrübe (Bryonia alba) oder Purgiergurke (Citrullus colocynthis)  
  • solsequiam Ringelblume (Calendula officinalis) oder  Sonnenwende (Heliotropium europaeum)
  • ameum Bärwurz (Meum athamanticum) oder Ammei (Trachyspermum ammi)   
  • silum Bergkümmel (Laserpitium siler)
  • lactucas Lattich  (Lactuca sativa) oder Giftlattich (Lactuca virosa)
  • git Schwarzkümmel (Nigella sativa)
  • eruca alba  Ölrauke (Eruca sativa)
  • nasturtium Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
  • parduna Klette (Arctium lappa)
  • puledium Poleiminze (Mentha pulegium)
  • olisatum Engelwurz (Angelica archangelica) oder Pferde Eppich (Smyrnium olusatrum)
  • petresilenum Petersilie (Petroselinum crispum)
  • apium Sellerie (Apium graveolens)
  • levisticum Liebstöckl (Levisticum officinale)
  • savinam Segenbaum, Sadebaum (Juniperus sabina)
  • anetum Dill (Anethum graveolens)
  • fenicolum Fenchel (Foeniculum vulgare)
  • intubas Wegwarte (Cichorium intybus)
  • diptamnum Diptam (Dictamnus albus)
  • sinape Weiser Senf (Sinapis alba)
  • satureiam Bohnenkraut (Satureja hortensis)
  • sisimbrium Wasserminze (Mentha aquatica)
  • mentam Grüne Minze (Mentha spicata)
  • mentastrum Rossminze (Mentha longifolia)
  • tanazitam Rainfarn (Tanacetum vulgare)
  • nepetam Katzenminze (Nepeta cataria)
  • febrefugiam Mutterkraut (Tanacetum parthenium) oder Echtes Tausendguldenkraut   (Centaurium erythraea)
  • papaver Schlafmohn (Papaver somniferum)
  • betas Schnittmangold (Beta vulgaris ssp. vulgaris convar. cicla)
  • vulgigina Haselwurz (Asarum europaeum)  
  • altaea Eibisch (Althaea officinalis)
  • malvas Malve (Malva sylvstris)
  • carvitas Möhre (Daucus carota)
  • pastenacas Pastinak (Pastinaca sativa)
  • adripias Gartenmelde (Atriplex hortensis)
  • blidas Amaranth (Amaranthus blitum)
  • ravacaulos Stoppelrübe oder Kohlrabi
  • caulos Kohl (Brassica oleracea)
  • uniones Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) oder Bärlauch (Allium ursinum)  
  • britlas Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • porros Porree Allium porrum   
  • radices Rettich (Raphanus sativus)
  • ascalonias Schalottenzwiebel
  • cepas Zwiebel (Allium cepa)
  • alia Knoblauch (Allium sativum)
  • warentiam Krapp (Rubia tinctorum)
  • cardones Weberkarde (Dipsacus sativus) oder Artischoke (Cynara cardunculus)
  • fabas maiores Saubohne (Vicia faba)
  • pisos Mauriscos  Erbse (Pisum sativum)
  • coriandrum Koriander (Coriandrum sativum)
  • cerfolium Kerbel (Anthriscus cerefolium)
  • lacteridas Kreuzblättrige Wolfsmilch (Euphorbia lathyrus)
  • sclareiam Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
  • jovis barbam  Dachwurz (Sempervivum tectorum)

Es ist nicht sicher, ob Karl der Große oder Ludwig der Fromme Auftraggeber für diese Liste war. Interessant ist aber, dass sich einige von den 73 aufgezählten Gartenpflanzen auch heute noch in Bauerngärten finden. Eine Verordnung, die Jahrhunderte lang Wirkung gezeigt hat.

Mit den Kreuzzügen kamen weitere Neuheiten nach Europa:

  • Alant,
  • Lavendel,
  • Melisse,
  • Ringelblume und
  • Ysop usw.

Genauso war es nach der Entdeckung Amerikas:

  • Phlox,
  • Monarde,
  • Taglilie,
  • Kartoffel,
  • Bohne,
  • Sonnenhut,
  • Dahlie usw.

Mit den Türkenkriegen kamen

  • die Tulpe,
  • der Flieder,
  • die Rosskastanie und
  • die Kaiserkrone

in die Gärten.

Ende des 18. Jahrhunderts bereicherten asiatischen Pflanzen die Gärten:

  • Tigerlilie,
  • Sommeraster,
  • Chrysanthemen,
  • Balsamine und
  • Tränendes Herz,

um nur einige zu nennen.

Auch in unserem Jahrhundert sind Neuheiten in die Bauerngärten gekommen, meistens monotone Grün, manches aber auch durchaus positive Neuheiten:

  • Zucchini,
  • Brokkoli,
  • Chinakohl und
  • Topinambur.

Die vor dem Jahr 1000 n. Chr. angelegten Gärten lieferten Gemüse, Heilkräuter, Gewürze und Obst. Die Zierfunktion dürfte kaum eine Rolle gespielt haben. Erst um 1200 wird von der Schönheit der Gartenpflanzen geschrieben. Mittelalterische Tafelbilder zeigen umfriedete Gärten mit einer Rasenbank, einem Brunnen und Blumen als Ort der Muße.

Einstige Heilkräuter wurden nur mehr wegen ihres Schmuckwertes gezogen, die einstige medizinische Bedeutung war vergessen, wie bei der Madonnenlilie.

Tee- und Duftkräuter

zB. Salbei

Heilkräuter

Da es in den letzten Jahren eine überreiche Literatur über Heilkräuter gibt, erübrigt sich eine genauere Aufzählung.

Bei der Verwendung ist jedoch Vorsicht geboten, da auch die Möglichkeiten der Heilkräuter beschränkt sind und der Grundsatz "Nützt's nichts, schadet's nicht" bei einigen Kräutern problematisch sein kann, da manche außerordentlich giftig sind.

So ist  zum Beispiel der Eisenhut die giftigste Pflanze Mitteleuropas! Aber auch die Langzeiteinnahme scheinbar harmloser Teekräuter kann gesundheitlich bedenklich sein.

Die Bedeutung des Gartens als Ziergarten war abhängig von der wirtschaftlichen Situation der Zeit. In Zeiten der Not war der Anbau von Gemüse wichtiger als der von Blumen.

Wie aus dem Kapitel Bauerngarten hervorgeht, gab es immer wieder Veränderungen, die von Modeströmungen und der Entdeckung neuer Pflanzen bestimmt waren. Gehalten hat sich, was pflegeleicht und einfach zu vermehren war. Manche Pflanzen haben den Wildstaudencharakter behalten, manche wurden stark züchterisch verändert oder es finden sich gefüllte Formen und Farbvarianten neben Wildformen, wie bei der Bauernpfingstrose (Paeonia officinalis).

Gefüllte Blüten gab es schon sehr früh. Die Römer kannten bereits eine gefüllte Rose. Gefüllte Blüten hatten die Blütezeit im Barock. Es sind viele verschwunden, nicht nur weil sie aus der Mode gekommen sind, sondern weil diese Formen, sofern sie nur über Stecklinge vermehrbar sind, rasch an Vitalität verloren haben.

Der Begriff trügt, da ein von Menschen angelegter Garten höchstens naturnah sein kann, nur ein Biotop aus zweiter Hand.

Beim so genannten Naturgarten sollte versucht werden, den Garten so anzulegen, dass die örtlichen Gegebenheiten wie die Bodenbeschaffenheit, Wasserführung und das Kleinklima ausgenützt werden und nicht durch hohen Material- und Energieaufwand ein momentaner Trend in der Gartengestaltung nachvollzogen wird.

Seit einigen Jahren werden im Garten verstärkt heimische, standortgerechte Pflanzen verwendet, der Chemieeinsatz verpönt und Biotope angelegt.

Unkrautvernichtungsmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel sollten aber auf jeden Fall in den Gärten unterbleiben, nicht nur im Naturgarten.

Es gibt extreme Verfechter der Naturgartenbewegung, die jeglichen gärtnerischen Eingriff des Menschen ablehnen. Sogar der Bauschutt bleibt auf der Parzelle.

Die natürliche Begrünung und Besiedelung durch Tiere soll ohne Mithilfe des Menschen einen Lebensraum schaffen.

Dies ist nicht jedermanns Sache, da die Beschäftigung mit dem Garten und die körperliche Betätigung ein Wunsch vieler ist und vielfach andere ästhetische Vorstellungen über die Gartengestaltung bestehen, als der Natur völlig freien Lauf zu geben.

Der "Naturgarten" kann aber auch zum  Modetrend werden. Bestes Beispiel ist der Gartenteich, wenn er zum Prestigeteich wird, eingefasst mit strahlend weißen Kieselsteinen, teuren Zierfischen, exotischen Pflanzen, die nur einen Sommer halten, möglichst algenfrei, froschfrei, usw. Dieser Garten ist auf Dauer nur mit viel Aufwand und Chemie zu erhalten und ist keinesfalls ein Naturgarten. Es ist ein Modetrend, der wieder genauso vergehen wird  wie die Zeit der  Blaufichten oder der Zwergkoniferen.

Es gibt in der freien Natur eine Menge an Pflanzen. die für die Gartengestaltung geeignet wären, wie die Akeleien, die Schneerosen, die zarte Wiesenraute oder der Waldgeißbart.

Viele Pflanzen hatten eine kultisch-magische Bedeutung.

In vorchristlichen Religionen und Kulten hatten Pflanzen übernatürliche Kräfte. In Verbindung mit Beschwörungsformeln und Zaubersprüchen wurden sie als Schutz und Abwehrzauber verwendet.

Sogar im Capitulare, das von einem Benediktinermönch geschrieben wurde, wird auf die blitzabwehrende Fähigkeit der Hauswurz, wenn sie auf das Dach gepflanzt wird, hingewiesen.

Einige dieser Kultpflanzen wurden in das christliche Gedankengut übernommen, wie das Kräuterbündel zu Maria Himmelfahrt ,die Marienkräuter oder die Pflanzen des Palmbuschens.

Marienkräuter

Einige Pflanzen weisen schon mit ihrem volkstümlichen Namen auf Maria hin, wie Marienblatt, Mariengold, Marienröschen (Vexiernelke), Marienblümchen (Gänseblümchen), Mariendistel, Marienrose (Pfingstrose), Madonnenlilie (Lilium candidum).

Aus mittelalterischen Gemälden wie z.B. dem Bild "Die Madonna im Rosenhag" ist Maria von diesen symbolhaften Blumen umgeben.

Vor einem Rosenhag wachsen Pfingstrosen – die Rosen ohne Dornen -, Akelei – das Sinnbild der 7 Gaben -, die Erdbeere zu den Füßen Mariens als Sinnbild der Jungfrau und Mutter, denn die Erdbeeren können gleichzeitig blühen und fruchten.

Symbolpflanzen

Neben den Marienpflanzen gab es eine Reihe von Pflanzen, die durch gewisse Eigenheiten Heiligen oder bestimmten menschlichen Eigenschaften zugeordnet waren.

  • Efeu: für ewiges Leben und Treue
  • die Lilie: für Reinheit und ein Symbol Mariens
  • die Rose: für Schönheit, Liebe, aber auch Blut (rote Rose)

Aus dem frühen Mittelalter gibt es einige Pflanzenliste wie das Capitulare und Zeichnungen von Klostergärten wie der von St Gallen. Dabei handelt es sich aber um keine Bauerngärten, die die damaligen Schreiber nicht interessiert haben. Die Gärten der Bauern waren viel einfacher, kein Schmuckgarten sondern Wirtschaftsgarten. Im Garten wurden jene Pflanzen gezogen, die man in der Nähe des Hofes, etwa als Gemüse oder Gewürz gebraucht hat. Der Garten war so dicht und hoch eingezäunt, dass kein Huhn durchschlüpfen und auch kein Schaf über den Zaun springen konnte.

Hier war das Gemüse auch viel sicherer als draußen auf dem Feld.

Für die Lage gab es keine fixe Regel, direkt am Haus, etwas abgesetzt auf einem besonnten Platz und gute Erde. Vernässte Flächen wurden genauso gemieden  wie windige und frostige Lagen.

In rauen Lagen hat sich eine geschützte Stelle in Hausnähe angeboten. Auch ein geschlossener Bretterzaun, auch Plankenzaun genannt, konnte den kalten Wind abwehren.

Es wurde meistens ein Rechteck gewählt, auch quadratische Grundrisse sind zu finden. Die Fläche wurde durch ein Achsenkreuz in 4 Teile geteilt. Diese Aufteilung war schon in mittelalterlichen Klostergärten zu finden, die wiederum auf antike Atriumgärten zurückgehen.

Eine Wasserstelle im Garten erleichterte das Gießen. Auf mittelalterlichen Darstellungen findet man oft einen Wassertrog.

Im historischen Dorf gab es keine Gartenzäune als Abgrenzung des Grundstücks wie im heutigen Siedlungsbau. Zäune wurden nur dort errichtet, wo es galt, Tiere abzuhalten, Schaden anzurichten oder zu entlaufen wie auf der Weide.

Im Dorfbereich wurde daher nur der Bauerngarten eingezäunt. Die älteste Zaunart ist der geflochtene Zaun, eine Technik, die man schon in der Steinzeit verstanden hat. Es waren sogar die Gerten, mit denen man dieses Areal eingezäunt hat, die dem Garten den Namen gegeben haben. Der " umgertete" Raum war der Garten.

Solche Zäune gab es noch bis in das letzte Jahrhundert. Max Kislinger hat noch einige sogar im Zentralraum fotografiert.

Auch den stehenden Flechtzaun gab es in Oberösterreich. Am verbreitesten war er im slawischen Siedlungsgebiet.

Der gebräuchlichste Gartenzaun war aber der Lattenzaun oder Hanichlzaun. Er bestand aus senkrechten Stäben, die an 2 Querhölzern montiert waren. Dazu mehr in Der Broschüre Zäune.

Leider wird unter Biotop von vielen nur ein Tümpel oder Teich verstanden, da der Gartenteich in den letzten Jahren von vielen Gartenzentren als das Biotop vermarktet wurde. Der Begriff Biotop beinhaltet aber wesentlich mehr, er umfasst alle natürlichen Lebensräume.

Das Dorf besitzt eine typische, vielfältige Flora und Fauna durch unterschiedlichste Lebensräume auf engstem Raum. Die Ruderalflächen, also jene nur wenig vom Menschen genutzten Flächen, sind aber selten geworden. Das saubere Dorf wurde propagiert. So sind viele dieser ungepflegten Flächen mit samt der dafür charakteristischen Flora und Fauna verschwunden. Es sind die wenig intensiv bewirtschafteten Flächen, die verwilderten Restflächen im Dorf, die Brennnesselbüsche beim Misthaufen, der Holler an der Stallwand, der Gute Heinrich oder die Zaunwinde am Gartenzaun. Die Brennnessel ist eine der wichtigsten Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen. Ein unversiegelter Weg kann Brutplatz für Sandwespen sein.

Das Dorf bietet unterschiedlichste Lebensräume für viele Pflanzen und Tierarten.

Es sind Biotope aus zweiter Hand, von Menschen geprägt und geschaffen. Durch einen Wechsel in der Bewirtschaftungsform, durch neue Techniken, neue Baumaterialien oder Änderung in der Einstellung sind diese Lebensräume bedroht.

Die Asphaltierung der Hofvorplätze, die Rodung der Obstbäume, der Ersatz einer Trockenmauer durch eine Betonmauer, die Trockenlegung von Sumpfflächen, selbst das Schließen der Dachluken kann gravierende Einflüsse auf die Flora und Fauna haben.

Auf offene Dachräume und Scheunen sind mehrere Tierarten angewiesen, die durch ihre Jagd "Schädlinge" kurz halten. Eine Schleiereule benötigt pro Jahr das Äquivalent von 1000 Mäusen. Fledermäuse vertilgen große Mengen von Insekten.

Viele dieser Veränderung passieren nicht mutwillig, es ist meistens das fehlende Wissen um die Zusammenhänge.

Erst wenn die Lebensräume zerstört sind, werden die Folgen bekannt. Es wird das Fehlen der Schmetterlinge, das Ausbleiben der Schwalben beklagt, die Schuld wird der "Umweltverschmutzung" zugeschoben ohne zu erkennen, dass sie oft im eigenen Handeln liegt.

Viele sind schon seit historischer Zeit in den Bauerngärten und Obstgärten wie der Andorn, das Herzgespann und die Schwarznessel aber auch die meisten Obstsorten.

Natürlich kann man kritisch hinterfragen, ob sich das Dorf nicht immer verändert hat, auch in früheren Zeiten. Das stimmt, nur war der Veränderungsprozess weitaus langsamer. Die Natur konnte sich diesen Veränderungen anpassen, neue Lebensgemeinschaften aufbauen.

Beispiele einiger Biotope

Ums Haus

  • Mauern:
    Fugen, Nischen und Mauerkronen bieten Felsbewohnern ein Biotop aus zweiter Hand, wie z.B. Zymbelkraut, Streifenfarn und Eidechsen.
  • Dachböden mit Einflugsöffnungen:
    als Brutplatz für Raubvögel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger
  • Keller:
    Lebensraum für dunkelheits- und feuchtigkeitsliebende Lebewesen
  • Altes Holz:
    • Lebensraum für Totholzbewohner (Insekten), Flechten, Moose
    • Baumaterial für Wespennester
  • Dächer:
    Standort für Flechten-, Moosflora und trockenheitsresistente Pflanzen sowie die dazugehörige Tierwelt
  • Bauerngarten:
    • Futterpflanzen für Insekten, Vögel, Kleinsäuger (Igel, ...)
    • Genbank alter Kulturpflanzen
  • Misthaufen
  • nährstoffreiches, warmes Biotop

Im Dorfraum

  • Tümpel, Weiher, Bäche, Gräben
  • Feuchtwiesen
  • Waldränder, Feldraine
  • Böschungen, Abbruchflächen
  • Brachland und Ruderalflächen
  • Trockenrasen
  • Schotterflächen, Steinhaufen
  • Blumenwiese
  • naturnah bewirtschaftete Ackerfläche
  • Mauern, Trockenmauern

Blumenwiese

Die Blumenwiese ist noch für die Nachkriegsgeneration eine Erinnerung an die Kindheit. Heute ist eine artenreiche Blumenwiese selten geworden.

Da Gräser einen höheren Nährwert für die Viehhaltung haben, werden durch intensive Düngung und durch frühen Schnitt die Gräser gegenüber den Blütenpflanzen gefördert.

Es gibt nur wenige Ausnahmen unter den Blütenpflanzen, die dabei mithalten können, wie z.B. der Löwenzahn, der nicht ein Zeiger einer artenreichen Blumenwiese, sondern einer stark gedüngten Wiese ist, in der er mit seiner Farbenpracht auffällt.

Wer möchte nicht im Garten eine wunderschöne Blumenwiese haben?

Es scheint so einfach eine Blumenwiese anzulegen, war es doch früher eine Selbstverständlichkeit, ohne viel zu tun war sie da.

Leider ist die Realität anders.

Nur 2 x zu mähen, klingt verlockend, es reicht aber nicht aus, da die Rasenfläche meistens überdüngt ist.

Man muss akzeptieren, dass eine Blumenwiese Zeit braucht, dass das Aussäen von Staudensamen nicht schon im Jahr der Aussaat großen Erfolg zeigt.

Bei der Wahl der Arten ist auf den Feuchtigkeitsgehalt des Gartens, die Bodenbeschaffenheit und die Lage zu achten.

Am einfachsten ist es, sich an die Artenverteilung der umliegenden Wiesen zu halten, sofern sie noch artenreich sind.

Man sollte sich nicht mit Ackerunkräutern begnügen, die eine frisch umgebrochene Fläche bereits im ersten Jahr in ein Farbenmeer verwandeln können.

Die Enttäuschung ist für das 2. Jahr vorprogrammiert, denn dann ist kaum mehr etwas von der ersten Blütenpracht vorhanden, da die einjährigen Ackerunkräuter einen offenen Boden zum Keimen benötigen. Man müsste aus der Wiese einen Acker machen, der jährlich umgepflügt wird.

Ruderalstandorte, Brachen und Trittflächen

Dies sind stark beanspruchte und häufig gestörte Flächen.

Nur wenige Pflanzen können hier überleben, z.B. Kamille, Vogelknöterich, Gänsefuß. Wegerich und Gänsefingerkraut vertragen das Begehen und Befahren auf Wegen.

Der Dorfteich

Der Dorfteich hatte im Gegensatz zu den heutigen Gartenteichen keine ästhetischen Hintergründe.

Er hatte andere Funktionen,

  • er war Löschteich
  • er war Ententeich
  • er war Karpfenteich
  • er war Viehtränke
  • er war Waschplatz

Im Winter war er der Treffpunkt der Eisstockschützen und Eislaufplatz.

Der ökologische Wert des Teiches war früher kaum bewusst.

Der moderne Schwimmteich er bringt eine neue Nutzungsmöglichkeit, da er einen   hohen Freizeitwert besitzt.

Es braucht aber für eine langfristige Nutzung eine gute Planung und eine fachmännische Ausführung. 

Ein Dorfteich war eine Selbstverständlichkeit. Viele der traditionellen Aufgaben sind heute nicht mehr aktuell, sie sind durch andere Einrichtungen ersetzt.

Mit dem Verschwinden der Teiche verloren viele Tiere ihren Lebensraum: zahlreiche Insekten, Vögel, Amphibien, Reptilien, Säuger, aber auch Pflanzen.

Der Dorfbach

Ein durch das Dorf fließender Bach ist ein stark prägendes Element. Dennoch wurden viele Dorfbäche in einen engen Kanal gelegt oder verrohrt, um die darüber liegende Fläche als Parkplatz nützen zu können oder nur deshalb abgedeckt, um die schlechte Wasserqualität zu verstecken.

Einige dieser Bäche wurden in den letzten Jahren wieder freigelegt, da ihr Wert wieder erkannt wurde. Bachläufe boten wunderbare Naherholungsräume und wertvolle Lebensräume.